Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Schwerin, Demmlerplatz

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Drastische Strafmaßnahmen gehören zum Gefängnisalltag.
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Im September 1977 stellt Uwe Kaspereit (*1958) seinen ersten Antrag auf Ausreise aus der DDR. Von da an überwacht ihn die Staatssicherheit. Als er im Mai 1978 Flugblätter verteilt, wird er wegen „Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeiten" am Demmlerplatz in Schwerin inhaftiert.
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Hinter grauen Mauern sind die vorwiegend politischen Häftlinge völlig isoliert von der Außenwelt.
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In der Untersuchungshaftanstalt in Schwerin reiht sich Zelle an Zelle.

Die Häftlinge werden jeder Freiheit beraubt: Verhalten sie sich nicht angepasst, werden sie mit einer Fesselungsjacke ruhig gestellt. Dauerbeleuchtung der Zellen, nächtliche Kontrollen und Verhöre gehören zum Haftalltag.

Seit 1954 befindet sich im Gefängnis am Demmlerplatz eine Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Das Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Gefängnis von 1916 nutzt nach den Nationalsozialisten auch die sowjetische Besatzungsmacht. Hier befindet sich nach dem Ende des zweiten Weltkriegs ein Sowjetisches Militärtribunal (SMT). Ehemalige Nationalsozialisten, vor allem aber auch zahllose willkürlich Verhaftete und politisch anders Denkende, darunter viele Kinder ab zwölf Jahren, werden durch den sowjetischen Geheimdienst (NKWD) unter katastrophalen Bedingungen am Demmlerplatz eingesperrt. Überbelegung der Zellen, unhaltbare hygienische Verhältnisse, Hunger, absolute Isolation und Wasserfolter zehren an den Kräften. Hohe Haftstrafen, Todesurteile sowie Abtransport in Speziallager und nach Sibirien gehören zum Alltag.
Nach der Übergabe des Gefängnisses an die Staatssicherheit sind viele am Demmlerplatz aus politischen Gründen inhaftiert. Psychischer Druck soll Geständnisse erzwingen: Die Gefangenen sind von der Außenwelt völlig isoliert, ihre Angehörigen werden nicht oder erst sehr spät benachrichtigt. Die Gründe ihrer Inhaftierung sind für sie oft nicht nachvollziehbar, das Strafmaß ungewiss. Spitzel unter den Mithäftlingen und ständige Überwachung der Zellen führen zu Misstrauen und Angst. 1978 erhängt sich ein Häftling mit seinem Bettlaken  –  kein Einzelfall, genaue Zahlen zu Selbstmorden gibt es aber bis heute nicht.

 
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"Feindliche Elemente sind in Gewahrsam zu halten."

Die Gefangenen des sowjetischen Speziallagers in Torgau sind vollständig von der Außenwelt isoliert. Auch im Falle des Todes werden Angehörige nicht verständigt.

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