Orte der Repression

Isolation Hunger Geheimdienst MfS Schlafentzug Ausreise Hinrichtung Flucht Willkür

Halle, Roter Ochse

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Jeglicher persönlicher Besitz, wie etwa Fotos von Familie und Freunden, ist den Häftlingen untersagt. Als Ersatz formt eine Gefangene das Gesicht ihres Verlobten aus Brotresten.
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Werner Gieffers (*1943) wird 1982 zusammen mit seiner Frau wegen „versuchter Republikflucht" verhaftet und zehn Monate im "Roten Ochsen" eingesperrt. Sein Bruder, der als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) arbeitet, hat ihn an das Ministerium für Staatssicherheit verraten.
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Durch den so genannten Zuführungsgang werden die Verhafteten in die Untersuchungshaftanstalt gebracht. Über Signalseile an der Wand können die Wachhabenden bei Fluchtversuchen Alarm geben.
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Die Zellenhäuser sind mit einer Durchgangsbrücke verbunden. Insgesamt sind im „Roten Ochsen" zwischen 1950 und 1989 fast 9.600 Menschen inhaftiert.
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Die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit haben absolute Macht über die Häftlinge.

Aus ihrer täglichen Brotration, dem „Runksen", fertigt Ingeborg Drebinger 1950 eine kleine Skulptur mit dem Gesicht ihres Verlobten. Als Zeugin Jehovas wird sie auf Grund ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt und inhaftiert.

Der „Rote Ochse" in Halle ist Strafvollzugseinrichtung und zugleich Hinrichtungsstätte.

Seit 1950 ist das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) für Teile der ehemaligen preußischen Strafanstalt Am Kirchtor zuständig. Gleichzeitig nutzt das Ministerium des Innern (MdI) einige Gebäude für den Strafvollzug. Bereits im Nationalsozialismus war die Haftanstalt Hinrichtungsstätte. 1945 wird die Einrichtung zunächst vom sowjetischen Geheimdienst NKWD, ab 1946 vom Ministerium für Staatssicherheit (MGB) der UdSSR übernommen. Bis 1952 werden im „Roten Ochsen", wie die Haftanstalt im Volksmund heißt, Todesurteile verhängt. Genaue Zahlen gibt es weder zu Internierten noch zu jenen, die zwischen 1945 und 1952 von Sowjetischen Militärtribunalen (SMT) verurteilt werden.
In der Untersuchungshaftanstalt des MfS werden vermeintliche und tatsächliche Regimegegner sowie „Spione" inhaftiert. Sie sind starkem seelischen und körperlichen Druck ausgeliefert: Die Verhöre finden nachts statt, die Gefangenen werden isoliert, Wasser- oder Dunkelzellen sollen zermürben. Zwischen 1950 und 1989 durchlaufen fast 9.600 Menschen die Untersuchungshaftanstalt. Der Anteil politischer Häftlinge kann nicht beziffert werden.

 
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"Kein Licht, kein Fenster in dem Raum."

In der MfS-Untersuchungshaftanstalt in der Bautzener Straße in Dresden werden "renitente" Häftlinge oftmals mit Einzel- und Dunkelhaft bestraft.

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